28 Feb 2018

Literaturtag der Mittelschule

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Ein überzeugender Erfolg wurde der 1. Literaturtag in Petersaurach an der Mittelschule am vergangenen Mittwoch.
Als Schriftsteller konnte der bekannte Münchener Literat Markus Dosch gewonnen werden, der am Vormittag in den beiden 9. Klassen vor begeisterten Schülerinnen und Schüler las.
Dabei las er nicht nur Nachdenkliches aus seiner Jugendzeit im 3. Reich, sondern auch über seine Gedanken zum aktuellen Zeitgeschehen und eine bedrohliche Erzählung hinsichtlich der zu erwartenden Zukunft. Erfreulich war das direkte Gespräch Doschs mit den Schülern, in dem der 86-Jährige hellwach auf der Höhe des Zeitgeschehens ist und z.B. Homosexualität als etwas ganz normales bezeichnete. „ Ich bin gegen Ausgrenzung. Was die Natur so eingerichtet hat, kann der Mensch nicht ändern. Lasst uns weltoffen, friedfertig und engagiert in die Zukunft schauen, eine Zukunft die ihr gestalten müsst!“, so Martin Dosch in einem eindringlichen Appell an die Mittelschüler.
Zur Abendlesung war nicht nur für das Kollegium und die Eltern der Schule sondern auch für die Öffentlichkeit konzipiert. Besonders erfreulich zeigte sich Schulleiter Theo Hartl für den besuch der Bürgermeister aus Heilsbronn Dr. Pfeiffer und des Petersauracher Bürgermeisters Lutz Egerer. Dank sprach er dem Organisator dieses 1. Literaturtages, dem Mitglied seines Kollegiums, Studienrat (M) Roland H. R. Gössnitzer aus. Danach stellte sich Autor Markus Dosch selbst vor. Er wurde in dem Dorf Allach bei München 1931 geboren.
Kindheit und Jugend sind durch die nationalsozialistische Herrschaft geprägt, vor der er Junge in eine Welt der Bücher flieht. „Die Beschäftigung mit Märchen, Mythen und Sagen bot und bietet mir eine Möglichkeit zu leben und zu überleben. Das Lesen erweckte schon früh meinen Wunsch selbst zu schreiben und das Leben in Sprache zu verwandeln“, so der Pazifist Markus Dosch, der nichts mehr verabscheut als Rassismus und Krieg. .
In seinen Erzählungen verarbeitet er vielfach seine Erfahrungen als Mitarbeiter einer Versicherung. Die Erlebnisse eines ganz normalen Büromenschen werden hier zu manchmal schaurigen, manchmal heiteren, manchmal bissigen Geschichten verdichtet.
Die frühe Faszination durch Mythen und Märchen kehrt dabei in der Kunst des Autors wieder, das Wunderbare oder das Abgründige im Einerlei des tagtäglichen Lebens aufzuspüren und in poetische Bilder zu fassen. Er ist Mitglied im Werkkreis – Literatur der Arbeitswelt – VS-Verband Deutscher Schriftsteller in Bayern; P.E.N. – Zentrum Deutschland.
Mit feinsinnigen Emotionen las er aus seinem Sammelband u.a. die Kurzgeschichten „Narzissen“ und „ Bussardfeder“. Auch kraftvolle, intensive Lyrikgedichte über den Frühling und den Sommer beeindruckten das Publikum ebenso, wie die feinsinnigen erotischen Geschichten.
Musik-Fachlehrer Thomas Huttner untermalte die Lesung mit gekonnten Gesang- und Gitarrenklängen, mit den Titeln „Old man“ und „Heart of gold“. Sie gaben die Zeit, Doschs hintergründige Erzählungen nochmals Revue passieren zu lassen.
Lang anhaltender Beifall für die beiden Akteure war der Dank des Publikums. Aufgrund der positiven Rückmeldungen ist der 2. Literaturtag im nächsten Jahr bereits fest eingeplant.
Für Speisen und Getränke sorgte in bewährter Weise der Förderverein der Schule mit ihrer 1. Vorsitzenden Sabine Fetz und ihrem Team.
Dank an dieser Stelle auch an Ferdinand R. R. Gössnitzer, der zusammen mit seinem Vater an beiden Tagen Herrn Dosch begleitete, der, wie er sagte, Petersaurach in bester Erinnerung behalten wird.

Bericht/Fotos: Roland H. R. Gössnitzer

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